Das Buch „Der Fremde“ von Albert Camus habe ich das erste Mal mit 18 Jahren gelesen. Es war Pflichtlektüre in meinem Deutsch Leistungskurses und lief unter dem Thema „ausländische Literatur“. Mich hat das Buch damals sehr berührt und ich habe es sicherlich drei, viermal gelesen. Im Nachhinein wäre es für mich und die damaliger Zeit allerdings schöner gewesen, wenn wir Hermann Hesse gelesen hätten. Den habe ich leider erst später kennengelernt.
Der Existenzialist und Literaturnobelpreisträger Camus beschreibt das Leben des jungen Meursault, für den das Leben keinen Sinn macht. Er lebt in einer Welt ohne Gefühle und nimmt das Äußere nur durch körperliche Empfindungen, z.B. starke Hitze oder grelle Sonne, wahr.
Meursault, als „Der Fremde“ in seiner Welt, erlebt diese als sinnentleert und steht ihr völlig gleichgültig gegenüber. So kann er weder Trauer für den Tod seiner Mutter empfinden, noch die Zuneigung seiner „Freundin“ Marie erwidern. Der Absurdität entflieht Meursault durch den Mord an einem Araber – deshalb wird er zum Tode verurteil.
Ein Geistlicher besucht ihn dann in seiner Zelle. Dieser findet Sinn im Glauben an Gott, doch daran kann sich Meursault nicht halten. Er erkennt die Absurdität des Lebens und im Angesicht des Todes zum ersten Mal die „zärtliche Gleichgültigkeit des Todes“.
„Der Fremde“ ist kein einfaches Buch. Es kann als „Meditation über den Sinn der menschlichen Existenz angesehen werden“ (wikipedia) und regt zum Nachdenken über Sinnfragen und die Absurdität des Lebens an.
Inhalt:
Das Buch beginnt an dem Tag, an dem Meursaults Mutter gestorben ist. Die einzige Gefühlsregung, die er dazu zeigt, ist Schuldabweisung. Der Tod seiner Mutter berührt Meursault scheinbar gar nicht. Er hält Totenwache, schläft dabei aber sogar ein. Innerlich wirkt er wie tot. In kurzen Sätzen erzeugt Camus eine monotone, fast gespenstische Atmosphäre. Das einzige, was Meursault zu schaffen macht, ist die Außenwelt: die Hitze und das Licht Algeriens.
Zurück zu Hause verbringt er den Tag damit, nichts zu tun, selbst die Misshandlungen seines Nachbarn gegenüber dessen Hund berühren ihn nicht. Lieber sitzt er da, beobachtet die Straße und raucht. Auch zu Marie Cardona hat er eine seltsames Einstellung. Er geht mir ihr schwimmen oder ins Kino, aber sein Verhältnis zu ihr wirkt für den Leser völlig leer und gleichgültig.
Auch auf die Frage, ob Meursault Marie heiraten wolle, antwortet er, es würde ihm nichts bedeuten. Meursault ist völlig gefühlskalt und lebt weiterhin in seiner eigenen, leeren Welt.
Raymond ist Meursaults Flurnachbar. Auf die Frage, ob Meursault sein Freund sein will, antwortet dieser mit wiederum Gleichgültigkeit. Ja, seinetwegen können sie ruhig Freunde sein.
Dann machen Meursault mit Marie und Raymond einen Ausflug zum Strand. Sie treffen Masson. Später kommt es zu einer Rangelei mit einigen Arabern. Die Außenwelt wirkt auf Meursault immer noch grell und qualvoll. Er leidet unter ihr. Später trifft Meursault wieder auf einen der Araber, der, als er Meursault erkennt, ein Messer zieht. Meursault sieht die „glühende Klinge“, die Sonne blendet ihn, verletzt ihn. Er drückt ab. „Mir war klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.“
Im zweiten Teil des Buches verändert sich die Schreibweise. Die Sätze werden länger und verschachtelter. Meursault wird nun verhört. Sein Anwalt ist sehr verstört, als er erfährt, dass Meursault den Tod seiner Mutter nicht betrauert, dass er viermal in eine leblose Leiche geschossen hat und nicht an Gott glaubt.
Meursault beginnt nun, sich an das Gefängnis zu gewöhnen. Er erkennt es als sein „zu Hause“ an und geht davon aus, dass sein Lebe dort aufhöre. Ihm wird die Freiheit genommen, doch Meursault ist nicht wirklich unglücklich. Im Grunde ist das triste, leere Leben im Gefängnis nur die Fortführung seines vorherigen, tristen und leeren Lebens. Das Gefängnis steht hier wohl auch als Sinnbild des Gefangenseins in einem sinnentleerten Leben.
Nun beginnt der Prozess. Wieder ist es die Hitze, die Meursault zu schaffen macht. Alles scheint wie im Traum; Meursault wird zu dem Verhältnis zu seiner Mutter und dem Tathergang befragt. Da erkennt er das erste Mal, dass er schuldig ist. Die verschiedenen Charaktere des Buches sagen nun aus. Das Gericht befindet Meursault schließlich für schuldig. Beweisen tue das vor allem sein Charakter, der nicht mal den Tod seiner eigenen Mutter betrauere. Meursault wird als „moralischen Ungeheuer“ und gefühllos tituliert, für schuldig erklärt und zum Tode verurteilt. Er kann zu seiner Verteidigung nur hervorbringen, dass ihn die Sonne geblendet habe und nimmt das Urteil kommentarlos hin.
Im Angesicht seines vorzeitigen Todes reflektiert Meursault das Geschehene. Er sieht das Leben als sinnlos an, denn „jeder weiß, dass das Leben nicht lebenswert ist“. Den Anstaltsgeistlichen lehnt er mehrfach ab, empfängt ihn zum Schluss aber doch, als dieser einfach seine Zelle betritt. Er versucht ihm Gott näher zu bringen, doch Meursault ist nicht zu bekehren. „Haben Sie denn keine Hoffnung, und leben Sie mit dem Gedanken, dass Sie ganz und gar sterben werden?“ – „Ja“ antwortet Meursault darauf nur. Als der Geistliche dann sagt, dass er für ihn bete werde, platzt dem Nihilisten Meursault der Kragen. Er schreit den Geistlichen an, woraufhin sich dieser mit Tränen in den Augen von ihm abwendet.
Am Ende des Buches erkennt Meursault die „zärtliche Gleichgültigkeit der Welt.“ Er hofft, „dass am Tage meiner Hinrichtung viele Zuschauer da sein würden und dass sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.“
Preis: 6,95 €
Anzahl Seiten: 142
ISBN: 978-3499221897
Ich wäre froh gewesen, wenn wir anstatt Hesse Camus in der Schule gelesen hätten. Camus ist meiner Meinung nach immer noch aktuell und lesbar, während Hesse doch eher was für die Jugendjahre sind.
Ich finde das dass der größte Müll ist! Ich will was lernen, Drogen kann ich auch nach der Schule nehmen!
hallo antiicq! Wenn Du nicht lernen willst, Dich mit „Fremdem“ zu beschäftigen, wird Dein sonstiges „Lernen“ wenig nützen können……….