„Hier, probieren Sie doch mal den Kluftinger. Der ist nicht nur spannend, sondern auch sehr humorvoll.“
So lernte ich Kommissar Kluftinger kennen – als Hinweis der Bücherfachverkäuferin meines Wahlvertrauens. In die Hand genommen, für interessant befunden, 8,95 € auf den Thresen gelegt und schon war ich Besitzer von Kluftingers erstem Fall, „Milchgeld“ – und hab es bisher nicht bereut.
Nach den ersten paar Seiten war klar: Das gefällt. Kluftinger ist ein hinterwäldlerischer Kommissar, der in „Milchgeld“ einen Mord in seinem Heimatdorf Altusried aufklären muss. Kluftinger wird dabei sehr authentisch und genau gezeichnet: als liebenswerter Antiheld des Allgäus, der nicht versteht, wieso seine Kollegen die Fragen „checken“ oder was sein Sohn mit „Ebay“ (Ebi?) meint. Er lebt in seiner eigenen kleinen Welt, die den Leser immer wieder zu herzlichem Lachen bringt. Eben deswegen sei „Milchgeld ein Volltreffer, weil er Mentalität in Reinform verkörpert.“ (Süddeutsche Zeitung). Dem kann ich nur zustimmen.
Noch ein bißchen besser hat mir Kluftingers zweiter Fall gefallen: „Erntedank.“
Hier hat die Leiche einen toten Raben auf der Brust und die Spurensuche führt immer tiefer in die mystische und sagendurchwobene Vergangenheit des Allgäus. Die Auflösung des Falles überrascht zum Schluss sehr. Allerdings gefällt anderen dieses Buch gar nicht.
Bisher am besten hat mir der dritte Fall gefallen. In „Seegrund“ gibt es noch nicht mal eine wirkliche Leiche, trotzdem bleibt das Buch bis zum Ende sehr spannend, aber auch, wie immer, sehr lustig und unterhaltsam. Nicht nur Kluftingers Fremdenfreundlichkeit, besonders der japanischen Freundin seines Sohnes gegenüber, sondern auch das ewige Duell zwischen „Klufti“ und Rivalen auf privater Ebene, dem sportlichen und immer erfolgreichen Arztes Dr. Langhammer, führen zu vermehrten Schmunzlern bei der Lektüre.
Aber auch die Spannung bleibt keineswegs auf der Strecke. Während des Falles gerät Kluftinger immer Tiefer in die Abgründe und Geheimnisse des Alatsees. Welches Geheimnis gibt es hier zu entschlüsseln, wieso liegt am Ufer des Sees ein Taucher in roter Flüssigkeit, ohne zu bluten? Was treibt der seltsame Schamane am Seeufer und was hat das alles mit dem Forschungsteam zu tun, das mit Robotern den magischen See durchkämmt?
Am Ende wartet ein düsteres Geheimnis darauf gelüftet zu werden und es gibt noch die ein oder andere spannende Wendung.
Auf meinem Nachttisch liegt schon der vierte Fall bereit, gelesen zu werden und man darf gespannt sein, was sich das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr weiter ausdenken werden, um die Leser für sich zu gewinnen. In den Bestsellerlisten weit oben stehen sie ja bereits jetzt schon.
Sehr zu empfehlen ist auch die Homepage der Autoren: kommissar-kluftinger.de. Neben ausführlichen Buchbeschreibungen, Autorenprofilen und Fotos gibt es auch Videos, Hörproben von Lesungen sowie Tipps zum Verreisen im Allgäu. Was außerdem natürlich nicht fehlt, sind Rezepte, u.a. für Kluftis Leibgericht Kässpatzen.
*lach*
stimmt, mir hat das Buch nicht gefallen. aber es wäre auch schlimm, wenn die Geschmäcker alle gleich wären….